Als Musiklehrerin der GHS Korschenbroich, gemeinsam mit der Kunstlehrerin Frau Schwelm, erfüllt es mich mit großer Freude und Dankbarkeit, von einem Projekt zu berichten, das nicht nur klanglich, sondern auch menschlich Brücken gebaut hat. Angestoßen durch eine Fortbildung der Bezirksregierung für Musiklehrkräfte und den ausdrücklichen Wunsch, mit Nachbarschulen enger zu kooperieren, ist in den vergangenen Wochen eine Idee gewachsen, die nun sichtbar und hörbar geworden ist: eine lebendige Zusammenarbeit zwischen der GHS Korschenbroich und der Realschule.
Gemeinsam mit meiner großartigen Kollegin, Frau Jürgens von der Realschule, haben wir ein Projekt entwickelt, das musikalische Exzellenz und praktisches Lernen miteinander verbindet. Letzten Mittwoch sind wir mit strahlenden Augen und gespannter Vorfreude in die erste gemeinsame Probe gestartet – und was dann geschah, hat alle Erwartungen übertroffen.
Ein Chor, zwei Schulen, eine Stimme
Unter der Leitung von Frau Jürgens sang der Chor der Realschule – ergänzt durch motivierte Schülerinnen und Schüler der GHS – mit einer Klangfülle, die Gänsehautmomente schenkte. Unsere GHS-Kinder durften erleben, wie großartig es sich anfühlt, Teil eines großen, gut eingestimmten Chorkörpers zu sein. Die Stimmen fanden zueinander, die Einsätze saßen, und zwischen den Zeilen war zu spüren: Musik verbindet. In den Gesichtern war Stolz zu lesen – und dieses besondere Staunen, wenn man merkt: Gemeinsam klingen wir größer, stärker, schöner.
Lernen hinter den Kulissen: Technik als Bühne für Verantwortung
Parallel zum gemeinsamen Singen erhielten einige Schüler der GHS Einblicke in die professionelle Veranstaltungstechnik der Realschule. Mikrofone, Mischpult, Verkabelung, Lautsprecher-Setup – all das durfte nicht nur bestaunt, sondern aktiv ausprobiert werden. Schritt für Schritt wurden die Schülerinnen und Schüler an Aufgaben herangeführt, um künftig bei Schulveranstaltungen die Realschule unterstützen zu können. Das hat nicht nur die fachlichen Kompetenzen gestärkt, sondern vor allem Verantwortung, Teamgeist und Selbstvertrauen wachsen lassen.
Ein Auftakt mit Signalwirkung
Der Projektstart am vergangenen Mittwoch war ein voller Erfolg: Es wurde herzlich gelacht, konzentriert geprobt, neugierig gefragt und mutig ausprobiert. Zwischen Kindern, Notenpapieren und Mischpulten sind neue Freundschaften entstanden, und aus zwei Schulen wurde – zumindest für diesen Nachmittag – eine große, gemeinsame Lern- und Klanggemeinschaft. Die Begeisterung war spürbar: „Das machen wir wieder!“ war einer der schönsten Sätze, die ich an diesem Tag gehört habe.
Ausblick: Mehrstimmig in die Zukunft
Dieses Kooperationsprojekt ist mehr als eine gemeinsame Probe – es ist ein Versprechen. Ein Versprechen, weiterhin schulübergreifend an Qualität, Gemeinschaft und Freude an Musik zu arbeiten. In den kommenden Wochen wollen wir:
- das Repertoire erweitern und Stücke erarbeiten, die den großen Chor in all seinen Facetten zum Leuchten bringen,
- die Technik-Teams weiter ausbilden, damit unsere Schülerinnen und Schüler selbstständig Auftritte begleiten können,
- gemeinsame Auftritte bei Schulveranstaltungen beider Schulen planen, um die Früchte dieser Zusammenarbeit sichtbar und hörbar zu machen.
Ich danke der Bezirksregierung für den wertvollen Impuls, meiner Kollegin Frau Jürgens für die inspirierende Zusammenarbeit sowie allen beteiligten Schülerinnen und Schülern für ihr Herzblut und ihre Offenheit. Wenn Musik Brücken baut und Technik Türen öffnet, dann entsteht ein Lernraum, in dem junge Menschen über sich hinauswachsen.
Mit großer Vorfreude auf alles, was noch kommt –Ihre Frau Kennemann – Musiklehrerin, GHS Korschenbroich
