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Busbegleiter
Viele Schülerinnen und Schüler der GHS, der Realschule und des Gymnasiums Korschenbroich benutzen an den Schultagen die Busse der NVV. Dabei kommt es an den Haltestellen und in den
Bussen oft zu brenzligen Situationen durch drängelnde und aggressive Schüler, so dass Mitschüler verletzt und die Ausstattung der Busse beschädigt werden.
Besorgte Eltern meldeten sich in der Vergangenheit beim städtischen Schulverwaltungsamt und beklagten diese Probleme. Und auch die NVV war während des Schülerverkehrs in ständiger
Sorge wegen der Unfallgefahren, da die Fahrer durch die Streitigkeiten und Disziplinlosigkeit in ihren Bussen vom Fahren abgelenkt wurden. Ziel des Busbegleiterprojektes ist es, sowohl die Sicherheit der
Fahrgäste zu gewährleisten als auch die Schäden, die der NVV durch Vandalismus entstehen, zu reduzieren und letztendlich ganz zu vermeiden.
Schulverwaltung und Schulleitung haben die Probleme der Schüler, Busfahrer und Eltern aufgegriffen und in Zusammenarbeit mit der NVV ein Projekt zur Gewaltprävention in Bussen und
an Haltestellen initiiert, damit während des Schülerverkehrs an den Haltestellen Rangeleien vermieden werden und für alle Beteiligten eine sichere und stressfreie Fahrt mit den NVV- Bussen möglich wird.
Da die Busse gemeinsam von den Korschenbroicher Schülern der GHS, der Realschule und des Gymnasiums genutzt werden, war den Projektinitiatoren klar, dass es ein gemeinsames Projekt
der Schulen geben muss und dass die betroffenen Schüler kontinuierlich mit in die Pflicht genommen werden müssen.
Seit dem Schuljahr 2005/06 ist das gemeinsame „Busbegleiterprojekt“ Bestandteil des Schulprogramms der GHS Korschenbroich. Die Teilnahme am Projekt ist freiwillig.
Angesprochen und zugelassen werden Schülerinnen und Schüler der Klassen 9 und 10, darunter ausdrücklich auch solche, die als Störer und Rüpel bekannt und auffällig sind. Einmal, um ihnen ihr eigenes
Verhalten vor Augen zu führen und ihnen bewusst zu machen, welche Auswirkungen und Beeinträchtigungen für andere Fahrgäste dadurch entstehen. Zum Zweiten hat sich gezeigt, dass gerade diese Schülerinnen und
Schüler, die durch ihre früheren Aggressionen und Provokationen andere Schüler eingeschüchtert und bedroht haben, eine hohe Sensibilität für mögliche‚ Gefahrensituationen’ zeigen und diese
effizient entschärfen können.
In Rollenspielen und Trainingseinheiten lernen die jugendlichen Busbegleiter - unter fachlicher Anleitung -Strategien zur Deeskalation und Einmischung einzusetzen, ohne sich selbst zu gefährden.
Mit den erworbenen Fähigkeiten setzen sich die Busbegleiter für eine sichere und stressfreie Fahrt während des Schülerverkehrs ein:
- sie sind Ansprechpartner,
- setzen sich für die Vermeidung von Gewalt und Konflikten sowie für
- die Vermeidung von Beschädigungen und Zerstörungen an den Haltestellen
und in den Bussen ein,
- vermitteln bei Streitigkeiten,
- fördern faires Verhalten und wirken Fehlverhalten entgegen,
- registrieren bei Verletzungen und Beschädigungen die Beteiligten,
- üben den Dienst zuverlässig und selbstbewusst aus, ohne ihr Amt zumissbrauchen.
Die speziell für dieses Präventionsprojekt geschulten Kontaktpersonen begleiten und unterstützen die Busbegleiter regelmäßig. Zudem treffen sich die Schülerinnen und Schüler
wöchentlich zum WPU-Kurs, tauschen Erfahrungen aus, besprechen Probleme und arbeiten die Vorkommnisse auf.
Während der Ausbildung und im Einsatz für das Projekt eignen sich die Busbegleiter nützliche Kompetenzen an, die ihre Persönlichkeit fördern:
- Stärkung des Selbstbewusstseins
- Entwicklung von Selbstverantwortung
- Förderung der Zivilcourage
- Freundlichkeit, Höflichkeit, Kontaktfähigkeit
- Teamfähigkeit
- Aushalten von Frustrationen
- Erfahrung im gemeinnützigen Engagement
Die Busbegleiter erhalten für ihren Einsatz einen Vermerk im Zeugnis. Zusätzlich wird ihr Engagement durch Vertreter der beteiligten Institutionen mit einem besonderen
Zertifikat/Diplom gewürdigt. Für eine spätere Bewerbung um eine Lehrstelle ist dies sicherlich nützlich.
Maßnahmen bei Vorfällen:
Die Busbegleiter sollen:
- das Fehlverhalten eines Schülers im Bus erkennen und einschätzen
- wenn möglich, die Situation entschärfen und Täter/Opfer trennen
- wenn nötig, beruhigend auf Opfer/ Täter einwirken
- bei eskalierenden Situationen oder bei Verletzungen sofort den Busfahrer informieren und Erste Hilfe leisten, notfalls Krankenwagen etc. anfordern (Benachrichtigung der Eltern)
- ein Protokoll schreiben, Zeugen befragen (Namen, Schule, Datum, Uhrzeit)
- das Protokoll an die Verbindungslehrer weiterreichen.
Weiterführung in der Schule:
Die Eltern des Täters werden durch einen Brief über den Vorfall und eventuelle Konsequenzen (drei Briefe führen zum einmonatigen Ausschluss von der Schulbusbeförderung)
informiert. Bei sehr schweren Verstößen (z.B.: Körperverletzung, Erpressung, etc.) wird die Polizei eingeschaltet.
Vor einem Gremium, das aus den Busbegleitern und den Verbindungslehrern besteht, müssen sich die Täter anschließend zu den Vorfällen äußern und Stellung nehmen. Dabei
zeigt die Erfahrung, dass sich die Schülerinnen und Schüler durch dieses Vorgehen viel intensiver mit ihrem Fehlverhalten auseinandersetzen und ehrlichere Reue zeigen als bei einer Bestrafung durch Lehrer.
Bilder unserer Busbegleiter
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